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Das Forum im Viertel

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10 Monate Forum am Luitpold: Geht das sozialraumorientierte Konzept des Projekts auf? Erste Erfahrungen.

Fakten in Kürze

  • Seit März 2016 sind alle Bereiche des Forums am Luitpold eingezogen.
  • Die Kooperationen zwischen den Einrichtungen wachsen mit gemeinsamen Aktionen und Veranstaltungen heran.
  • Durch die Beteiligung an Arbeitskreisen im Viertel und die Kontakte zu den angrenzenden Organisationen und Einrichtungen entsteht eine starke Nachbarschaft.

Pflanzt man Blumen um, fragt man sich: Können sie sich an diesem Platz gut entwickeln? Nimmt eine der anderen zu viel Licht? Werden sie alle aufgehen und ein schönes Arrangement ergeben? Ähnlich war es beim Einzug in die neuen Gebäude des Forums am Luitpold: Der formale Umzug ab Januar 2016 war relativ schnell geschehen, bis März waren die Wohnungen voll belegt und die Einrichtungen arbeiteten. Aber passt auch der Standort und geht das sozialraumorientierte Konzept auf? Trägt die räumliche Nähe zwischen Volkshochschule (MVHS), Kreativ Labor der KWfbM, Wohneinheiten und Kinderhaus zu mehr Kontakten zwischen Menschen mit und ohne Behinderung bei? Wie ist die Stimmung im Haus – wie läuft`s mit den Nachbarn? Konstanze Riedmüller, Leiterin des Forums und von ZB 2 (Beratung, Freiwilligendienste und Kultur) zieht ein erstes Resümee.

„Die hohe Beteiligung der Bewohner und Werkstattbeschäftigten prägt das Leben im Haus. Wir versuchen, so wenig wie möglich vorzugeben, eher deren Ideen und Wünsche zu unterstützen. Wir haben eine sehr aktive Bewohnervertretung. Hier können die Bewohner aller Wohnformen ihre Interessen äußern. Sie organisieren Veranstaltungen im Bewohnertreff und haben einen Stammtisch im Café Scheidplatz initiiert. Im Mehrzweckraum des Forums zeigt der neu gegründete Arbeitskreis Kino demnächst den ersten Film.“ Anfangs mussten sich die Einrichtungen einleben. Jetzt, nachdem die Abläufe in den neuen Räumlichkeiten klar sind, öffnet man sich für die große Zusammenarbeit. „Die Einrichtungen laden sich gegenseitig ein. Am Martinsumzug von Kindergarten und Krippe über das Gelände können zum Beispiel auch Werkstattbeschäftigte teilnehmen. Anderes Beispiel: Stefan Bedrich, Künstler des KreativLabors, schuf Skulpturen für den Beratungsdienst, die Therapiepraxis und das Kinderhaus, die jetzt die Räumlichkeiten zieren.“ Die Sitzungen des Hausteams fördern zudem den internen Austausch. Hier verständigen sich die Verantwortlichen aller Einrichtungen über ganz Praktisches wie noch anzuschaffende Möbel für die Gemeinschaftsräume oder anstehende Termine wie die Stadtteilkulturwoche im Sommer 2017, an der sich Pfennigparade und die MVHS beteiligen werden.

Unter dem Titel „Kunst und Kultur am Scheidplatz“ gibt es gemeinsame Veranstaltungen der MVHS und der Pfennigparade. So hat schon eine Kunstausstellung „Grün trifft Pink mit Kohlensäure“ der Künstlergruppe Groupe Smirage in den Räumen der MVHS stattgefunden. Die Vernissage hierzu war in den Räumen des Kreativ Labors. Diese Ausstellungen sollen künftig regelmäßig stattfinden. Die Volkshochschule (MVHS) hat ihre Räume in der Römerstraße und Barlachstraße aufgegeben, um einen Standort mit inklusivem Schwerpunkt am Scheidplatz zu eröffnen. Dort bietet sie neben den regulären Kursen, an denen viele Forum-Bewohner und Nachbarn aus dem Münchner Norden teilnehmen, das Dienstagsforum an. In dieser Vortragsreihe am Abend werden explizit Themenwünsche aus dem Forum aufgenommen. Zudem können sich Interessierte über die MVHS zu Führungen durch das Forum anmelden. „Die Tatsache, dass die MVHS in unser Haus gezogen ist und die hervorragende Kooperation ist ein riesen Glücksfall für uns. Durch die MVHS werden ca. 30.000 Besucher pro Jahr in unser Haus kommen. So können die vielfältigsten Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung stattfinden. Dank der barrierefreien Räumlichkeiten kann wirklich jeder auch an den Kursen der MVHS teilnehmen.“ beschreibt Konstanze Riedmüller die gute Kooperation.

Gutes von nebenan

Die Kontakte beschränken sich aber nicht nur auf das Gelände. Im Stadtteil wurden erste Kooperationen aufgebaut. „Wir haben schon 2014 einen Arbeitskreis Sozialraumorientierung gegründet, in dem viele Leiter und Engagierte aus Einrichtungen im Viertel vertreten sind. Dadurch kam zum Beispiel die Zusammenarbeit unserer Therapiepraxis mit dem Damenstift zustande, die jetzt gemeinsam Fortbildungen für ihre Mitarbeiter organisieren. Mit Siloah, dem Begegnungsladen für Menschen mit und ohne Körperbehinderung, finden zunehmend mehr gemeinsame Veranstaltungen statt. Mit einer Gruppe engagierter Nachbarn wollen wir einen inklusiven Nachbarschaftstreff ins Leben rufen. Die Kinder unseres Sternstundenhauses dürfen den Abenteuerspielplatz der Jugendhilfeeinrichtung „Haus am Schuttberg“ nutzen.“ Auf diese Weise wächst eine starke Einbindung in den Stadtteil. In nächster Nachbarschaft liegt die Kleingartenanlage. Mit einzelnen Kleingärtnern besteht eine sehr gute Nachbarschaft. Einige begleiten ehrenamtlich Bewohner jetzt bei Einkäufen zu Gartencentern und bepflanzten dann gemeinsam mit den Bewohnern ihre Balkone. Als Dankeschön werden sie dann zu Kaffee und Kuchen eingeladen. „Und auch wir bekommen ab und zu eine Blume oder selbst gekochte Marmelade aus der Anlage. Darüber freuen wir uns sehr.“ Das Forum schlägt Wurzeln im Viertel: Eine gute Nachbarschaft zwischen den Einrichtungen und den angrenzenden Nachbarn gedeiht. Das sozialraumorientierte Konzept scheint aufzugehen.

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